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MEDICA Update - Rückblick 2009

Telematik: Ist es wirklich Zeit für E-Health?

Beim Auftakt von MEDICA MEDIA war vor allem die elektronische Patientenkarte ein heißes Thema. Im Publikum sorgten die Aussagen einiger Redner für kritische Zwischenrufe. Sogar eine kleine Demo fand am Rande der Vorträge statt.18.11.2009

Foto: Gegner der Elektronischen Gesundheitskarte
Proteste im Publikum; © Messe
Düsseldorf

"It´s time for E-Health." Mit diesen Worten eröffnete Mathias Redders, Referatsleiter für Gesundheitswirtschaft und Telematik im Gesundheitswesen im Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, am Vormittag MEDICA MEDIA. Damit brachte er das Thema "Telematikinfrastruktur - Wie kann sie genutzt werden?" auch sofort auf den umstrittenen Punkt.

Auch wenn Redders betonte, dass Telematik mehr als nur die elektronische Gesundheitskarte umfassen würde, kamen alle Redner doch immer wieder auf sie zurück. Sie sei vor allem sicherer als die alte Krankenversicherungskarte, die es schon längst nicht mehr geben dürfte. Denn der Datenschutz sei nicht mehr gewährleistet. Die neue elektronische Patientenkarte könne diesen Anforderungen jedoch gerecht werden.

Wann immer die verschiedenen Redner auf dieses Thema zu sprechen kamen, vernahm man im Publikum vereinzelte, aber deutliche Kritik. Zwei Mitglieder der Freien Ärzteschaft machten mit Plakaten und Zwischenrufen ihrem Unmut Luft. Aufschriften wie "E-Card nein danke!" oder "Wir Basisärzte lehnen die E-GK ab" zierten die auffällig pinken Plakate.

Mathias Redders kennt diese Reaktionen. In seinem Vortrag berichtete er davon, wie gering die Akzeptanz bei den Ärzten sei. Weder die E-Card noch der elektronische Ärztebrief kämen gut an. Die Stimmen aus dem Publikum gaben ihm Recht.

"Eine schwache Vorstellung", resümiert Ingeborg Dorn-Schomburg, Ärztin aus Düsseldorf und eine der Plakatträgerinnen. Enttäuscht gab sie sich darüber, dass es sich bei den Rednern nur um Befürworter der Telematik handelte. Kritische Stimmen fehlten in ihren Augen vollständig. Die elektronische Patientenkarte sei weder sicher noch habe sie einen großen Nutzwert. "Damit wird dem Missbrauch nur Tür und Tor geöffnet. Mir reichen Telefon und Fax vollkommen", gibt sich die engagierte Ärztin kämpferisch.

Nadine Lormis
MEDICA.de

 
 

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