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MEDICA Update - Rückblick 2009
Dem Fortschritt auf die Sprünge helfen
Innovative Ansätze scheitern häufig an der Umsetzung in die Praxis. Damit Barrieren leichter überwunden werden können, gibt es den Innovationswettbewerb Medizintechnik. Bei MEDICA VISION wurden Erfolg versprechende Gewinner vorgestellt. 20.11.2009

Bei der MEDICA VISION wird die
Medizintechnik von morgen
vorgestellt; © Messe Düsseldorf
Damit Ideen irgendwann als medizinisches Produkt im Krankenhaus oder in der Arztpraxis ankommen, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vielversprechende Projekte finanziell. "Es kann aber trotzdem bis zu 15 Jahre dauern, bis Forschungsergebnisse in die Praxis umgesetzt werden", erklärt Dr. Günter Wrobel vom Projektträger Gesundheitsforschung im DLR in Bonn in seiner Einführung.
Irgendwo auf diesem langen Weg befindet sich das Projekt "Photoakustischer Mammascanner", das 2006 zu den Gewinnern des Innovationswettbewerbes zählte. Wenn er eines Tages realisiert werden sollte, könnte er für die Diagnose von Brustkrebs einen großen Schritt vorwärts bedeuten, vermutet Ingenieur Prof. Georg Schmitz von der Ruhr-Universität Bochum, der derzeit an dem Projekt arbeitet. Denn der photoakustische Mammascanner soll dem Arzt anzeigen, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist.
Bislang ist das laut Schmitz nicht möglich. Zwar können Tumore entdeckt werden, aber ob der Knoten in der Brust gut- oder bösartig ist, könnten herkömmliche Diagnosegeräte nicht anzeigen. Schmitz benutzt in seiner Forschung daher ein Kontrastmittel, das sich nur an bösartige Tumore anhängt.
Der fertige Mammascanner, den der Forscher sich vorstellt, soll mit einem Laser ausgestattet sein, der in kurzen Pulsen in das Gewebe blitzt. Das durch den Laser erwärmte Gewebe dehnt sich aus und erzeugt eine Schallwelle. Diese Schallwellen werden farbig auf einem Bildschirm abgebildet. Da das Kontrastmittel stärker erwärmt als das Gewebe des Körpers, erzeugt es auch eine stärkere Schallwelle. Gebiete im Gewebe, in denen sich das Kontrastmittel konzentriert angesammelt hat, sind daher klar durch leuchtende Farben auf dem Bildschirm zu erkennen. Da das Kontrastmittel die Eigenschaft hat, sich an bösartige Tumore zu hängen, sollen solche bunt abgebildeten Stellen ein starkes Indiz für einen bösartigen Tumor sein.
Noch ist dies allerdings Zukunftsmusik. Doch wer weiß, vielleicht kann man das fertige Gerät ja eines Tages auf der MEDICA bewundern.
Wer mehr innovative Ideen kennenlernen möchte, sollte bei MEDICA VISION, Halle 3, Stand 3 H 92, vorbeischauen!
Anke Barth
MEDICA.de
