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MEDICA Update - Rückblick 2009
Dem Rückenschmerz davon laufen
Nordic Walking ist zum Trendsport geworden. Dass es nebenbei auch noch effektiv gegen Rückenschmerzen sein kann, erklärte Katharina Terheast beim MEDICA-Physiotherapieforum vielen interessierten Zuhörern. 20.11.2009

Katharina Terhaest erklärt die
Effektivität von Nordic Walking;
© Messe Düsseldorf
„Hat einer von Ihnen gerade Rückenschmerzen?“ Mit dieser Frage eröffnete die Physiotherapeutin ihren Vortrag. Und einige Leute hatten tatsächlich in diesem Moment mit Rückenproblemen zu kämpfen, wie sie durch Handzeichen bekundeten. Doch damit sind sie nicht allein. Ungefähr 84 Prozent der europäischen Bevölkerung leiden zeitweise unter der Pein, erklärte die Physiotherapeutin.
In ihrer Bachelorarbeit hat sich Katharina Terhaest deshalb genauer mit Nordic Walking beschäftigt und ist der Frage nachgegangen, ob die Sportart auch gut dazu ist, Rückenprobleme zu bekämpfen. 15 Personen untersuchte sie insgesamt. „Alle Probanden litten unter chronischen, unspezifischen Rückenschmerzen“, erklärt Katharina Terhaest. Sechs Probanden absolvierten schließlich über mehrere Wochen ein Training mit Nordic Walking, die restlichen neun Personen bildeten die Kontrollgruppe.
Damit man das „vorher“ auch mit dem „nachher“ vergleichen konnte, wurden alle Personen dazu befragt, wie sehr sie an Rückenschmerzen leiden und wie sehr sie deshalb in ihrem täglichen Leben deswegen eingeschränkt sind. In einem Abschlusstest stellte sich heraus: Die Personen mit Nordic Walking hatten am Ende deutlich weniger Rückenschmerzen als die Personen in der Kontrollgruppe, die kein Training absolviert hatten. Die Gründe sind denkbar einfach: Beim Nordic Walking ist der Körper aufgerichtet, Rücken- und Bauchmuskeln werden gekräftigt und Stress wird abgebaut.
Mit ihrer Arbeit hat Katharina Terhaest übrigens den zweiten Platz um den Wissenschaftspreis vom Bundesverband Selbständiger Physiotherapeuten IFK belegt. „Wir sind sehr daran interessiert, mehr über die Effektivität von Nordic Walking herauszufinden“, sagt Katharina Scheel vom IFK. Weitere Studien würde sie sehr begrüßen. Vielleicht werden dann in Zukunft auch Nordic-Walking-Therapien von den Krankenkassen übernommen.
Simone Heimann
MEDICA.de
